27.09.2021 14:24

Der Kürbis - ein beeindruckendes Multitalent!

Nun, da die Tage wieder kürzer, kälter und feuchter werden, ist es besonders wichtig, sich zu wärmen und das Immunsystem zu stärken. Wie gut, dass es dafür den Kürbis gibt! Denn er ist nicht nur eine der ältesten und vielseitigsten Kulturpflanzen der Welt, sondern auch besonders schmackhaft und reich an Ballaststoffen, Vitaminen und Mineralstoffen.

Gerade im Herbst sollte er auf keinem Speiseplan fehlen, denn er ist leicht verdaulich und stärkt die Abwehrkräfte. Er enthät viel Magnesium, Kalzium, Kalium und Eisen sowie Beta-Karotin, Vitamin E, Vitamin B und Folsäure. Besonders wertvoll in der nasskalten Übergangszeit ist das enthaltene Beta-Karotin, das im Körper zu Vitamin A umgewandelt wird. Denn es hat eine starke antioxidative Wirkung und schützt die Zellen vor freien Radikalen. Aufgrund seiner wertvollen Inhaltsstoffe gilt der Kürbis übrigens auch als Heilpflanze. Und obendrein ist die Superfrucht mit 27 Kolarien pro hundert Gramm ein sehr schlankheitsbewusster Sattmacher!

Ursprünglich stammen die runden Kürbisfrüchte – oder besser gesagt Panzerbeeren, denn das sind sie aus botanischer Sicht – aus Mittel- und Südamerika. Archäologische Ausgrabungen haben gezeigt, dass die Ureinwohner des amerikanischen Kontinents die Superfrucht bereits um 10.000 vor Christi angebaut haben. Besonders die nährstoffreichen Kürbiskerne wurden geschätzt, da sie viele wertvolle Öle enthalten und getrocknet bzw. geröstet besonders lange haltbar sind. 

Nach Europa kam der Kürbis etwa im 15. Jahrhundert. Mittlerweile gibt es hierzulande so viele Kürbissorten, dass man sie kaum noch alle aufzählen kann. Sie unterscheiden sich sehr stark in Größe, Form, Geschmack und Farbe. Wussten Sie, dass auch die Zucchini zu den Kürbissen zählt? Dass es einen Spaghetti-Kürbis gibt, dessen Fruchtfleisch den italienischen Nudeln ähnelt? Oder dass der "Atlantic Giant" über 1100 Kilo wiegen kann? Besonders exotisch sind die Miniatur- und Zierkürbisse, die mit ihren bunt-skurrilen Variationen unsere Gärten und Häuser schmücken - nicht nur zu Halloween. Tja, der Kürbis ist wahrlich ein Allround-Talent!

Bunt, skurril und exotisch: Zierkürbisse sind eine echte Augenweide und wunderbar als Tischdeko geeignet.


Aber natürlich ist und bleibt der Kürbis vor allem eins: eine gesunde und nahrhafte Superfrucht, deren Geschmacksreichtum von süß über nussig oder fruchtig bis hin zu säuerlich reicht. Eine schöne Übersicht über 30 beliebte Speisekürbisse und deren Vorzüge gibt es zum Beispiel hier.

Im Ayurveda wird der Kürbis vor allem als ausgleichende Abendsuppe geschätzt und mit Brot bzw. Chapatis serviert. Doch nicht nur als Suppe schmeckt die Panzerbeere herrlich, sie lässt sich zum Beispiel auch grillen oder als Puffer verarbeiten und mit einem frischen Joghurt-Dip reichen. Auch in Aufläufen, Nudelgerichten und Rohkostsalaten, als Spätzle und Nockerln oder als warmes Ofengemüse ist der Kürbis ein Genuss.

Um das Fruchtfleisch länger haltbar zu machen, kann man ihn zudem wunderbar einlegen, fermentieren, als süße Marmelade, Kompott oder pur Einkochen. Und selbst als Heißgetränk eignet sich das ausgekochte Fruchtfleisch – zusammen mit Schwarztee, Ingwer und Gewürzen - ganz hervorragend für die nasskalte Jahreszeit.

Nachfolgend haben wir einige köstliche Kürbis-Rezepte zusammengestellt, die viel Kraft und Wärme schenken.

Vier herbstliche Kürbis-Rezepte

Ayurvedische Kürbis-Ingwer-Suppe (herzhaft und wärmend) 

Zutaten (für 4 Portionen)

  • 1 Hokkaido-Kürbis, mittelgroß (ca. 500g)
  • 100 g Karotten 
  • 2 Schalotten, fein gehackt
  • 1 Stück Ingwer (ca. 2 cm, fein gehackt)
  • 2 EL Ghee oder Butterschmalz
  • 800 ml Gemüsebrühe (selbstgemacht aus Suppengrün aus dem Bioladen)
  • 100 ml frisch gepressten Orangensaft
  • Schale einer halben Bio Orange
  • ½ TL Koriander, gemahlen
  • ½ TL Kurkuma, gemahlen oder frisch
  • ½ TL Zimt Salz und Pfeffer nach Geschmack
  • Etwas Chilli (oder rosa Pfeffer)
  • Zum Garnieren etwas Sahne oder Joghurt, Chiliflocken oder roten Pfeffer, frischen Koriander und geröstete Kürbiskerne auf die Suppe geben.

Zubereitung:

  1. Kürbis und Möhren waschen und in ca. 3 cm große Würfel schneiden (bei Hokkaido bleibt die Schale immer dran). 
  2. Klein gehackte Schalotten und Ingwer im heißen Ghee kurz andünsten.
  3. Koriander und Kurkuma zugeben und auf mittlerer Hitze kurz weiterdünsten.
  4. Mit der Gemüsebrühe ablöschen und Kürbis plus Möhren dazugeben. Etwa 25 bis 30 Minuten mit leicht geöffnetem Deckel schwach köcheln lassen. Gelegentlich umrühren. 
  5. Suppe vom Herd nehmen und pürieren. Mit Orangensaft und -schale, Zimt, Chilli, Salz und schwarzem Pfeffer abschmecken.
  6. Die Suppe in tiefe (evtl. vorgewärmte) Teller oder Schüsseln geben und je nach Geschmack mit etwas Joghurt, Sahne, Chilliflocken (oder rotem Pfeffer) und frischem Koriander garnieren. Auch geröstete Kürbiskerne passen hervorragend! 

Dazu Chapati, indisches Naan oder Baguette servieren.

Köstliche vegane Kokos-Kürbis-Suppe für die ganze Familie (wohltuend und aufbauend)

Zutaten (für 4 Portionen)

  • 1 mittelgroßer Hokkaido Kürbis (ca. 500g) 
  • 2-3 große mehlige oder vorwiegend festkochende Kartoffeln (ca. 100 g)  
  • 1 säuerlicher Apfel
  • 2 Karotten
  • 2 Schalotten, fein gehackt
  • 2 EL Kokosöl
  • 700 ml Gemüsebrühe (selbstgemacht aus Suppengrün aus dem Bioladen)
  • 200 ml Kokosmilch 
  • ½ TL Fenchelsamen
  • ½ TL Koriandersamen
  • ¼ TL Muskatnuss
  • 6-8 Safranfäden
  • 1 TL Zitronensaft
  • Schwarzer Pfeffer aus der Mühle
  • Salz nach Geschmack
  • Zum Garnieren je nach Geschmack: Kürbiskernöl, geröstete Kürbiskerne und/oder frische Kräuter (z.B. Petersilie oder Koriander).

Zubereitung

  1. Den Kürbis waschen und in ca. 3 cm große Stücke schneiden. Die Schale kann bei Hokkaido-Kürbissen dranbleiben; andere Kürbissorten müssen ggf. vorher geschält werden.
  2. Kartoffeln, Karotten und Apfel gut waschen und in kleine Stücke schneiden. Es empfiehlt sich hier Bio-Qualität, denn dann kann die Schale ebenfalls dranbleiben!
  3. Schalotten schälen und fein hacken; Fenchelsamen und Koriandersamen mörsern.
  4. Die Safranfäden in eine kleine Schüssel mit etwas kaltem Wasser geben und einweichen lassen.
  5. Das Kokosöl in einem Topf erhitzen. Fenchel- und Koriandersamen darin kurz anrösten. Dann die gehackten Schalotten zugeben und ca. 2 Minuten weiterdünsten.
  6. Kürbis-, Kartoffel-, Apfel- und Karottenwürfel dazugeben und unter Rühren 3 Minuten mitdünsten. 
  7. Anschließend mit Gemüsebrühe ablöschen und die Kokosmilch dazugeben. 
  8. Muskatnuss und Pfeffer in die Suppe reiben. Zugedeckt etwa 20 bis 30 Minuten leicht köcheln lassen; regelmäßig umrühren. 5 Minuten vor  Ende die eingeweichten Safranfäden in die Suppe geben. 
  9. Die Suppe vom Herd nehmen und mit einem Pürierstab fein pürieren. Mit Salz und Zitronensaft abschmecken.
  10. Die Suppe in tiefe (ggf. vorgewärmte) Teller oder Schüsseln geben und je nach Geschmack mit etwas Kürbiskernöl, gerösteten Kürbiskernen, Croutons und/oder frischen Kräutern garnieren.

Mit Fladenbrot oder gerösteten Brotscheiben / Croutons servieren.

Rustikales Kürbis-Gemüse aus dem Ofen (herzhaft und stärkend)

Zutaten (für 4 Portionen)

Für das Ofengemüse:

  • 400 g kleine Bio-Kürbisse (2-3 Sorten gemischt, die man mit Schale essen kann, z.B. Hokkaido, Sweet Dumpling, Butternut, Patisson, Muskatkürbis, Schlangenkürbis, Gelber Zentner oder Tetsukabuto)
  • 3-4 Bio-Kartoffeln oder 2 Süßkartoffeln, vorwiegend festkochend (ca. 300 g)
  • 1 Bund junge Mini-Möhrchen und je nach Geschmack weiteres Gemüse wie Rote Beete, Zucchini, Blumenkohl oder Pastinaken (ca. 300 g) 
  • 8 EL Olivenöl 
  • 2-3 Knoblauchzehen
  • 1 Stück Ingwer (ca. 2 cm)
  • 100 g Mandelplättchen (oder -stifte)
  • Chayennepfeffer gemahlen
  • 6 Zweige frischer Rosmarin
  • Grobes Steinsalz und schwarzer Pfeffer 

Für den Dipp:

  • 250 g milden Joghurt (Vollmilch- oder Sahnejoghurt)
  • 100 g Schmand (alternativ Crème Fraîche)
  • 1 Prise Zucker
  • 1 Spritzer Zitronensaft (oder Weißweinessig)
  • Frische Kräuter, z.B. Schnittlauch und Petersilie, fein gehackt
  • ½ TL Salz 
  • Weißer Pfeffer  

Zubereitung

  1. Kürbis, Kartoffeln und restliches Gemüse gut putzen und waschen. Am besten Bio-Qualität verwenden, denn die Schalen sollten für dieses rustikale Gericht am besten dranbleiben. 
  2. Kartoffeln vierteln, Kürbisse ebenfalls in kleine „Schiffchen“ schneiden; restliches Gemüse in etwa 4-5 cm große Stücke schneiden; die Mini-Möhren können ganz bleiben.
  3. Den Ofen auf 190 Grad vorheizen. Olivenöl in eine große Schüssel geben, Ingwer und Knoblauch sehr fein hacken und dazugeben. Mit Rosmarin, Salz, Pfeffer und Chayennepfeffer würzen.
  4. Anschließend das ganze Gemüse in die Marinade geben und zusammen mit den Mandelstückchen gut verrühren, sodass die Gewürze gut verteilt sind. 
  5. Ein Backblech mit Backpapier auslegen, das Gemüse gleichmäßig darauf verteilen (die „Schiffchen“ möglichst aufrecht hinstellen, sodass sie auf der Schale stehen) und für ca. 20 Minuten auf der mittleren Schiene backen, bis das Gemüse leicht gebräunt ist. 
  6. In der Zwischenzeit alle Zutaten des Dips in eine Schüssel geben und mit einem Schneebesen gut verrühren.

Wer es nicht vegetarisch mag, kann dazu Hackfleischbällchen oder gebratenen Fisch servieren.

Knusprige Kürbis-Käse-Puffer mit Quark-Dip (kräftigend und stärkend) 

Zutaten (für 4 Portionen)

  • 300 g Kürbis (z. B. Muskatkürbis, Butternut)
  • 200 g Kartoffeln, mehlig kochend   
  • 1 mittelgroße Zwiebel, fein gehackt    
  • 1/2 Bund glatte Petersilie, fein gehackt    
  • 75 g Emmentaler, frisch gerieben    
  • 1 Ei    
  • 1-2 EL Mehl    
  • Muskatnuss, frisch gerieben    
  • 4-6 EL Ghee oder Butterschmalz  
  • Salz und Pfeffer   

Für den Dip:    

  • 250 g Quark (20 % Fett)    
  • 150 g Naturjoghurt    
  • 2-3 TL Zitronensaft
  • 3 Frühlingszwiebeln    
  • Weißer Pfeffer 
  • 1 TL Salz    
  • 1 Kästchen Kresse
  • 1 kleine Prise Zucker 

Zubereitung 

  1. Für den Dip die Frühlingszwiebeln putzen und waschen. Weiße Teile fein hacken, grüne in Röllchen schneiden. Mit dem Quark und dem Joghurt verrühren. Mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft würzen. Kresse vom Beet schneiden, einige Blättchen zum Garnieren beiseite legen und den Rest unterrühren.
  2. Für die Puffer den Kürbis gut putzen. Kürbisfleisch mit einer groben Reibe in eine große Schüssel raspeln. Die Kartoffeln schälen und ebenfalls in die Schüssel reiben.
  3. Petersilie waschen, trocken schütteln und Blättchen fein hacken.
  4. Den geriebenen Käse, die Petersilie, das Ei und 1 EL Mehl unterrühren. Mit Salz, Pfeffer und Muskat pikant würzen. Wer es deftiger mag, kann auch Chayenne-Pfeffer verwenden.
  5. Falls die Kürbismasse zu wässrig ist, etwas Flüssigkeit mit einem Sieb abgießen und/oder 1 weiteren EL Mehl unterrühren. 
  6. Reichlich Butterschmalz in einer Pfanne erhitzen. Die Kürbismasse portionsweise in die Pfanne geben (ca. 1 gehäuften EL pro Puffer) und flach drücken. Die Ränder mit dem Löffel leicht andrücken / glätten.
  7. Die Puffer von jeder Seite ca. 3 Minuten anbraten, bis sie goldbraun sind.
  8. Auf Küchenpapier abtropfen lassen und auf warmen Tellern mit Dip und Kresse garnieren.

Dazu passt Lachs, Tomaten-Feta-Salat oder ein schöner bunter Wildkräutersalat.

Viel Spaß beim Kochen und guten Appetit!