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26.10.2017 16:21

“Haut bekennen“ am Welt-Psoriasis-Tag 2017

Der Welt-Psoriasis-Tag steht dieses Jahr unter dem Motto ,,Haut bekennen!‘ Der Aktionstag wurde 2004 von der International Federation of Psoriasis Associations (IFPA) ins Leben gerufen, um Menschen mit Schuppenflechte eine Stimme zu geben und sich für mehr Aufklärung und Selbstbewusstsein im Umgang mit der chronischen Krankheit einzusetzen.

Psoriasis – auch emotional eine Last

Unsicherheit, Hilflosigkeit und Scham – Diese Gefühle begleiten rund zwei Millionen Schuppenflechte-Patienten in Deutschland stets durch ihren Alltag. Die Folge: 61 Prozent der Betroffenen haben in ihrem Alltag Gefühle der Verzweiflung*. Die Betroffenen fühlen sich in der Öffentlichkeit unwohl, schämen sich für ihr gerötetes und schuppiges Hautbild und werden von negativen Gefühlen geplagt.

Weitreichende Folgen durch Schuppenflechte im Alltag

Neben der emotionalen Last schränkt auch die Therapie den Alltag ein. Oftmals müssen die betroffenen Stellen mehrmals am Tag behandelt werden. Allein das Eincremen kann je nach Schweregrad und Ausbreitung der Schuppenflechte fünf bis zu zehn Minuten dauern; anschließend braucht es nochmals zehn bis fünfzehn Minuten bis die Creme vollständig eingezogen ist, so dass die Kleidung nicht mehr an der Haut klebt. Die Behandlung besonderer Körperstellen, wie Nägel, Intimbereich oder Kopfhaut, gestaltet sich meist noch zeitaufwändiger.

Schuppenflechte Patienten leiden unter der Hautkrankheit auch psychisch leidet

Selbst die Wahl der Kleidung ist durch die Krankheit beeinflusst. 75 Prozent der Patienten** fühlen sich nicht attraktiv und versuchen ihre Haut und Nägel unter der Kleidung zu verstecken. Für viele ist ein Besuch im Schwimmbad oder in der Sauna daher undenkbar. Berufe, bei denen der Umgang mit Kunden oder Lebensmitteln an der Tagesordnung steht, müssen meist aufgegeben werden, da sie psychosozial mit der Krankheit nicht vereinbar sind. Viele Mitmenschen assoziieren Schuppenflechte mit mangelnder Hygiene, sozialer Schwäche oder denken, dass die Krankheit ansteckend sei. Auch seitens vieler Arbeitgeber mangelt es an Aufklärung und Akzeptanz.

Psoriasis macht die Seele krank

Die Folge: Schuppenflechte-Patienten entwickeln häufiger Ängste und Depressionen, ziehen sich aus dem sozialen Leben zurück und werden häufiger alkoholsüchtig als gesunde Menschen. Sie sind vereinzelnd sogar suizidgefährdet. Viele Betroffene gewöhnen sich an die Einschränkungen, sind sich der seelischen Belastung nicht richtig bewusst und reden nur selten über ihre Probleme.***
Die Lösung lautet: Aufklärung. Betroffene, Angehörige und Mitmenschen müssen über die Krankheit und die psychische Belastung umfassend informiert werden. Es ist wichtig, nicht nur die Patienten selbst, sondern auch die Öffentlichkeit über die Symptome und die emotionale Last durch soziale Ausgrenzung aufzuklären. Nur so können Vorurteile abgebaut und das Leben mit Psoriasis erleichtert werden. Der jährliche Welt-Psoriasis-Tag hat sich dies zur Aufgabe gemacht – und zeigt, dass das Bewusstsein für diese belastende Volkskrankheit stetig wächst.

Quellen:
* World Psoriasis Happiness Report 2017
** Europso Studie 2008
*** Beilage Focus Gesundheit Psoriasis 2016