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16.08.2017 17:14

Schuppenflechte Behandlung – was hilft?

Die Behandlung der Schuppenflechte (Psoriasis) ist ein komplexes Thema. Da es viele verschiedene Formen und Schweregrade der Krankheit gibt, sind die Behandlungsmöglichkeiten ebenso vielfältig wie individuell. Sowohl der Verlauf, als auch mögliche Ursachen der Krankheit variieren von Patient zu Patient. Es gibt also keine allgemeingültige Behandlungsmethode, die für alle Psoriatiker gleichermaßen sinnvoll ist. Oft ist die Kombination verschiedener Therapien am effektivsten. Entscheidend ist jedoch nicht nur die richtige Therapieform, sondern auch der richtige Umgang mit der Krankheit. Denn bei Autoimmunerkrankungen wie Psoriasis spielen neben der genetischen Veranlagung auch Faktoren wie Lebensweise, Umwelteinflüsse und Psyche eine wichtige Rolle.

Typische Symptome der chronischen und oft in Intervallen auftretenden Hauterkrankung Psoriais Vulgaris (auch Plaque-Psoriasis genannt) sind trockene, juckende, schuppende und gerötete Stellen auf der Haut oder Kopfhaut. Eine besondere Form der Schuppenflechte ist die „Nagel-Psoriasis“, die sich an den Finger- und Fußnägeln zeigt. Eine weitere Speizialform stellt die Psoriasis Arthritis dar, in der primär die Knochen und Gelenke betroffen sind. Hier ist es ratsam, systematisch gegen die Krankheit vorzugehen. Im schlimmsten Fall kann es dazu kommen, dass die Weichteile, d.h. Organe und Gefäße dauerhaft Schaden nehmen.

Zur Basis-Behandlung der Hautsymptome werden in der Schulmedizin vor allem Cremes, Salben, Lotionen und ähnliche Lokaltherapeutika zur äußeren Anwendung empfohlen. Oft ist dadruch eine gute Linderung der Symptome möglich. Darüber hinaus können Medikamente in Form von Tabletten, Spritzen oder Infusionen systematisch helfen. Eine chemiefreie Behandlung bieten homöopathische Mittel und Naturheilpflanzen. Aber auch Lichttherapien und Reha-Aufenthalte werden bei mittlerem bis schwerem Krankheitsverlauf empfohlen.

Abbildung von Patient beim Hautarzt

Cremes, Salben & Co zur äußeren Behandlung der Schuppenflechte

Bei der äußeren Behandlung der Schuppenflechte (Lokaltherapie) werden Wirkstoffe in unterschiedlicher Darreichungsform und Dosierung verabreicht. Weit verbreitet sind Kortikoide bzw. kortosonhaltige Präparate. Jedoch sollte Kortison nur in Maßen und für eine begrenzte Zeit genommen werden, da es die Hautschicht verdünnt, sie brüchig und leichter verletzlich macht. Zudem ist Kortison ein hormnell wirksames Mittel, dass die Immunabwehr schwächt. Die Anwendung ist daher bei vielen Ärzten und Patienten umstritten. Das gilt vor allem für Tabletten, Spritzen und Infusionen (systemische Anwendung), denn dann verteilt sich das Kortison über das Blut im ganzen Körper – und damit auch die Nebenwirkungen. Dazu zählen unter anderem Bluthochdruck, Anstieg des Blutzuckerspiegels, erhöhte Blutfettwerte, gesteigerte Infektanfälligkeit, Gewichtszunahme, Wassereinlagerung im Gewebe und Osteoporose.

Das zweitgängigste Mittel bei der Schuppenflechte Behandlung sind Vitamin-D-Präparate. Hier kommen synthetisch hergestellte Vitamin-D-Abkömmlinge (z.B. Calcipotriol und Tacalcitol) zum Einsatz. Anders als Kortison sind Vitamin-D-Abkömmlinge meist besser verträglich. Die Wirkung schwächt jedoch mit der Zeit ab und es können auch hier diverse Nebenwirkungen auftreten, z.B.  Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Übelkeit, Hautausschläge und Harnwegsinfekte.

Dithranol wird bereits seit 1916 in Deutschland als Wirkstoff gegen Schuppenflechte angewandt. Dithranol wird in Form einer Tinktur auf die betroffenen Stellen getupft. Die Behandlungsdauer beträgt vier bis sechs Wochen. Heute kommt Dithranol nicht zuletzt wegen seiner starken Verfärbung von Haut, Kleidung und Sanitäreinrichtungen vorwiegend bei einer (teil)stationären Behandlung zum Einsatz. Unerwünschte Nebenwirkungen können auch Hautirritationen, Juckreiz und Brennen sein.

Des Weiteren können auch Vitamin-A-Abkömmlinge (Retinoide bzw. Tazaroten) bei Schuppenflechte eine Linderung der Symptome schaffen. Sie haben eine ähnlich starke Wirkung wie Kortison, die Anwendung geht jedoch oft mit Reizerscheinungen wie Jucken, Brennen oder Rötung der Haut einher. Auch Wechselwirkungen mit diversen Medikamenten, Sonneneintrahlung und anderen Reizstoffen werden häufig genannt. Daher sollten Tazaroten nur unter ärztlicher Aufsicht bzw. nicht über die vom Arzt festgelegte Behandlungsdauer hinaus angewandt werden.

Der Nachteil all dieser Behandlungsmethoden ist, dass keiner dieser Wirkstoffe frei von Nebenwirkungen ist. Unzählige Begleiterscheinungen lassen die Therapieerfolge nicht selten fragwürdig erscheinen. Daher ist Vorsicht bei der Behandlung der Schuppenflechte mit aggressiven Mitteln geboten.

Medikamentöse Behandlung der Schuppenflechte

Sollte nach einer äußeren Behandlung der Schuppenflechte mit Cremes und Salben keine Verbesserung des Hautbildes auftreten oder Sonderformen der Schuppenflechte wie Psoriasis Athritis vorliegen, raten die meisten Ärzte zu systemischen Behandlungsmethoden. Gerade bei starker Ausprägung der Schuppenflechte bedarf es einer Behandlung „von innen“. Hierbei können Medikamente in Form von Tabletten, Spritzen oder Infusionen zum Einsatz kommen. Gängig sind Wirkstoffe wie Ciclosporin, Fumarate, Methotrexat, Retinoide oder Kortikosteroide bei der Behandlung der Psoriasis. Allerdings ist zu beachten, dass alle diese Wirkstoffe mit Nebenwirkungen verbunden sind. Eine Anwendung ist nur unter ärztlicher Aufsicht und für eine begrenzte Zeit angebracht.

Beim systemischen Ansatz sollen die Medikamente verhindern, dass das Immunsystem gegen den eigenen Körper „arbeitet“. Schließlich passiert bei der Schuppenflechte – vereinfacht ausgedrückt – nichts anderes, als dass das Immunsystem eine Abwehrhaltung gegen den eigenen Körper einnimmt (Atoimmunerkrankung). Statt der monatlichen Hauterneuerung, die bei gesunden Menschen ganz unbemerkt erfolgt, kommt es bei Schuppenflechte-Patienten zu einer beschleunigten Hautzellteilung alle drei, vier Tage. Die überschüssigen Zellen werden als Schuppen sichtbar. Bei anderen Formen der Psoriasis arbeitet der Körper gegen die eigenen Organe oder Gelenke.

Eine relativ neue Methode ist die Behandlung der Schuppenflechte mit sogenannten Biologika. Diese Therapie ist sehr teuer, wird aber von den Krankenkassen in den meisten Fällen übernommen, sofern die bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Der systemische Ansatz mit diesen Immuntherapeutika ist vielversprechend. Hierbei handelt es sich um aus Zellkulturen gewonnene Antikörper bzw. Proteine, welche gezielter in die Immunregulation eingreifen, als dies bei vielen Medikamenten bisher der Fall war.

Homöopathische Behandlung der Schuppenflechte

Bei homöopathischen Behandlungsmethoden wird die Krankheit nicht isoliert betrachtet. Homöopathie ist eine ganzheitliche Methode, bei der sowohl äußere Krankheitsanzeichen als auch das innere Wohlbefinden der Betroffenen berücksicht wird. In erster Linie wird versucht, die Krankheitsursache und ihre Auslöser zu erforschen. Auf diesen Erkenntnissen basiert die spätere Medikation. Gerade bei chronischen Leiden wie der Schuppenflechte, deren Krankheitsschübe unter anderem auf Stress und inneres Ungleichgewicht zurückgeführt wird, können homöopathische Mittel eine wertvolle Unterstützung sein.

Abbildung von Hautarzt untersucht Patienten

Ayurveda und Naturheilpflanzen zur schonenden Behandlung der Schuppenflechte

Ayurveda ist eine Jahrtausende alte, traditionelle indische Heilkunst. Erfahrungsberichten zufolge bringen ayurvedische Naturheilmittel wie Kokosöl, Neem und Kurkuma gute Ergebnisse, wenn es um Linderung der Beschwerden von Schuppenflechte geht. Diese Heilpflanzen sind kaum invasiv und sehr gut verträglich. Vor allem Kokosöl und Kurkuma zählen im asiatisch-indischen Raum zur Grundmedizin, wenn es um Beschwerden an Haut und Haaren geht. Ihre heilende und entzündungshemmende Wirkung wird mittlerweile auch in Europa zunnehmend geschätzt und immer öfter bei der Behandlung der Schuppenflechte eingesetzt. Kokosöl ist zudem rückfettend und feuchtigkeitsspendend. Es kann gezielt auf die betroffenen Hautstellen aufgetragen, als Lotion oder Bedazusatz verwendet werden. Vorausgesetzt es sind keine allergischen Reaktionen auf Kokosöl bekannt, treten durch die Verwendung keinerlei Nebenwirkungen auf.

Neem bzw. Niem zählt zu den Mahagonigewächsen und ist ein Heilmittel bei ganz unterschiedlichen Beschwerden. Sowohl Neemrinde, Neemblätter, Neemfrüchte und Neemsamen haben eine heilende Wirkung. Aus den getrockneten und zermahlenen Samen wird das Neemöl hergestellt, welches im Ayurvdea vorwiegend genutzt wird, um Hautprobleme und insbesondere Schuppenflechte zu behandeln.

Rubia Cordifolia bzw. Färberwurzel lindert Juckreiz, Hautentzündungen und Verbrennungen der Haut schonend und wirksam. Das hellrote Pulver aus den gemahlenen Wurzel wird seit Jahrhunderten in der ayurvedischen Medizin als Heilmittel bei Hautkrankheiten verordnet. Die Färberwurzel pflegt die Haut, reguliert den pH-Wert und fördert ihre natürliche und strahlende Schönheit.

Kurkuma, auch Gelbwurz genannt, zählt bis heute zu den wichtigsten ayurvedischen Heilpflanzen. Der Name Kurkuma stammt aus dem Sanskrit und bedeutet so viel wie „Hautelexir“. Kurkuma wirkt entzündungshemmend und gehört zu den stärksten natürlichen Antioxidantien. Zugleich regt es die Zellerneuerung an und erhält die Elastizität der Haut.

Wrightia tinctoria, besser bekannt als Sweet Indrajao, ist ähnlich wie Neem oder Kurkuma sehr vielseitig anwendbar und für seine heilsame Wirkung bei Hautkrankheiten bekannt. Die Blätter werden auch bei Zahnschmerzen gekaut, da sie eine adstringierende, entzündungshemmende und antibakterielle Wirkung haben. Zusätzlich wirkt Sweet Indrajao hautpflegend und reguliert den pH-Wert.

Die therapiebegleitende Hautpflege der Schuppenflechte mit natürlichen Pflanzenextrakten und wertvollen Pflanzenölen erfuhr in den letzten Jahren eine zunehmend positive Resonanz. Ein bekanntes ayurvedische Hautpflege-Produkt, basierend auf den eben genannten Inhaltsstoffen, wird unter dem Namen Sorion Creme vertrieben. Denn gerade bei chronischen Hauterkrankungen ist es wichtig, die Nebenwirkungen möglichst gering zu halten, da eine dauerhafte Anwendung nötig ist. Milde und gut verträgliche Hautpflegeprodukte wie das Sorion Head Fluid, das Sorion Shampoo und die Sorion Creme helfen dabei, strapazierte und gereizte Haut nachhaltig und schonend zu pflegen.