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30.01.2018 10:34

Die richtige Diät bei Schuppenflechte

Auf der Suche nach Linderung probieren viele Betroffene eine Schuppenflechte-Diät nach der anderen aus. Ernährungstipps und Ratgeber gibt es wie Sand am Meer. Doch was ist dran an diesen Diäten? Was ist Mythos und was hilft wirklich, die Symptome einzudämmen?

Abbildung einer Frau, die sich gesund ernährt

Die Schuppenflechte, auch Psoriasis genannt, ist eine chronische entzündliche Hauterkrankung, die schubartig auftritt und je nach Patient unterschiedliche Symptome aufzeigt. Typischerweise bilden sich rötlich schuppenden Hautstellen, sogenannte Plaques. Bei rund 70 Prozent der Betroffenen ist die entzündliche Veränderung der Haut mit Juckreiz verbunden. Die Behandlung der trockenen, gereizten Hautstellen ist oft langwierig und hängt vom Schweregrad der Krankheit und den betroffenen Körperstellen ab.

Nach dem heutigen Wissenstand ist Schuppenflechte nicht heilbar, auch wenn verschiedene Medikamente, Salben und Hausmittel eine Linderung der Symptome bewirken können. Eine Schuppenflechte-Diät wäre für viele Psoriatiker eine gute Möglichkeit, um ohne Medikamente und vor allem langfristig einen positiven Einfluss auf den Krankheitsverlauf zu nehmen. Denn wie bei allen chronischen Leiden spielt bei Psoriasis die Selbstbestimmung eine große Rolle, um sich der Krankheit gegenüber weniger machtlos zu fühlen.

Mythen, Vorurteile, Fakten rund um das Thema Schuppenflechte-Diät

Grundsätzlich gilt: Eine garantierte Linderung der Symptome durch eine Spezialdiät gibt es bei Schuppenflechte nicht. Jedoch wirken sich zahlreiche Lebensmittel günstig auf die Immunabwehr, Zellerneuerung, Wundheilung oder Widerstandskraft der Haut aus. Bei vielen Vitaminen, Nähr- und Vitalstoffen sind diese positiven Effekte wissenschaftlich belegt.

Es gibt zudem viele kleinere Studien mit Psoriatikern (z.B. in der Online-Datenbank von PubMed), insbesondere zu den Themen Omega-3-Fettsäuren, Gluten, kalorienreduzierte / vegetarische Ernährung und Vitamin D. Die meisten davon sind zwar aufgrund der zu geringen Teilnehmerzahl, fehlender Kontrollgruppen oder zu kurzer Studiendauer nicht als repräsentativ bzw. wissenschaftlich Evident einzustufen, zusammengenommen zeigen sie jedoch eine klare Tendenz: Die untersuchten Ernährungsfaktoren wirken sich in der Mehrzahl der Studien positiv auf den Krankheitsverlauf der Schuppenflechte aus.

Hier die größten Ernährungsmythen rund um Schuppenflechte-Diäten.

These 1: „Gesunde“ Fette helfen gegen Schuppenflechte

In der Mittelmeerregion leiden deutlich weniger Menschen an Schuppenflechte als im Norden Europas, wie die Statistik schon seit Jahrzehnten zeigt. Eine weitverbreitete These besagt, dass dies nicht nur am heilsamen Meeresklima, sondern auch an der Ernährung liegen könnte. Im Vergleich zu Deutschland und Co konsumieren die Menschen im Süden mehr Nüsse, Fisch, Avocado und kalt gepresstes Olivenöl. Diese Lebensmittel haben alle eines gemein: Sie sind reich an ungesättigten Fettsäuren, die dem Körper mit Docosahexaensäure (DHA) und Eicosapentaensäure (EPA) versorgen. Die Omega-3-Fettsäuren DHA und EPA sind essenzielle Fettsäuren, d.h. sie können vom Körper nicht eigenständig aufgebaut werden und müssen durch Nahrung zugeführt werden.

Diese wertvollen Omega-3-Fettsäuren sind vor allem in fettreichen See- oder Kaltwasserfischen wie Makrelen, Heringen, Lachs oder Sardinen enthalten. Zu den größten Omega-3-Lieferanten bei den pflanzlichen Fetten zählen Leinöl, Hanföl, Bio-Kokosöl (Kokosfett) und das ayurvedische Ghee (reines Butterfett). Als Nahrungsergänzungsmittel werden Algen- und Fischöl-Kapseln angeboten. Tipp: Während Hanf- und Leinöl nur kalt verwendet werden sollten, bleiben die wertvollen Fettsäuren beim Kokosöl und Ghee auch nach starker Erhitzung erhalten, wodurch sie sich hervorragend zum Braten und Kochen empfehlen.

Ungesättigte Omega-3-Fettsäuren zeigen eine stark entzündungshemmende Wirkung, so dass sie bei chronischen Entzündungen wie Psoriasis unterstützend wirken können. Zwar gilt auch hier: Dass diese Nahrungsmittel einen positiven Einfluss auf den Verlauf der Schuppenflechte haben, wurde noch nicht eindeutig belegt. Allerdings raten viele Ärzte dazu – und schaden tut es auf keinen Fall, diese „gesunden“ Fette in die tägliche Ernährung mit einzubeziehen, da sie vor Herzkrankheiten und Diabetes schützen können.

Abbildung von empfohlenen Lebensmittel für Diät bei Schuppenflechte

These 2: Gluten-Unverträglichkeit und Psoriasis hängen zusammen

Gluten ist ein Proteingemisch, das in Weizen, Hafer, Gerste und Roggen vorkommt und in vielen Produkten als Back- oder Bindemittel verwendet wird – sogar in Sojasauce oder Eis. Schon seit Anfang der 1990er Jahre wird vermutet, dass es einen Zusammenhang zwischen Schuppenflechte und Gluten-Unverträglichkeit (Zöliakie) gibt. Dies konnte noch nicht in Gänze durch klinische Studien bewiesen werden, allerdings besteht bei vielen Psoriasis-Patienten eine direkte Verbindung zwischen den beiden Krankheitsbildern. Wer an Schuppenflechte leidet, kann im Selbstversuch testen, inwiefern sich die Symptome durch eine glutenfreie Diät bzw. den größtmöglichen Verzicht auf Gluten verbessern.

These 3: Alkohol und Zigaretten verstärken die Schuppenflechte

Fakt ist, dass sich eine gesunde und vollwertige Ernährung positiv auf die allgemeine Gesundheit auswirkt; der regelmäßige Konsum von Alkohol und Zigaretten bewirkt das Gegenteil. Die Auswirkungen sind schon bei gesunder Haut gut zu beobachten: Die Hautstruktur verändert sich und sie wird schlechter durchblutet. Zigarettenrauch enthält mehr als 4000 chemische Stoffe, von denen viele giftig oder krebserregend sind. Es ist allgemein bekannt, dass Rauchen die Produktion von freien Radikalen erhöht, die die Hautalterung beschleunigen. Unabhängig davon kann Zigarettenrauch auch äußerlich zu Hautreizungen führen.

Das Thema Alkohol und Psoriasis wurde sogar noch besser erforscht: Demnach ist der Botenstoff Tumornekrosefaktor-alpha (TNF-alpha) maßgeblich an der Entstehung der Entzündungsprozesse bei Schuppenflechte beteiligt. Für die körpereigene Produktion von TNF-alpha ist das Enzym TACE verantwortlich. Übermäßiger Alkoholkonsum begünstigt offenbar die Ausbildung von TACE. Vollbier enthält darüber hinaus Gluten, das im vorigen Abschnitt bereits besprochen wurde. Da Giftstoffe verarbeitet bzw. wieder abgebaut werden müssen, schaden Alkohol und Nikotin auch dem Magen bzw. Darm und der Leber, was sich wiederum negativ auf den Vitamin- und Mineralstoff-Haushalt auswirkt. Kurzum: Zigaretten, Bier, Wein und Co schwächen das Immunsystem und fördern Entzündungsprozesse.

Ein weiterer großer Nachteil geht damit einher: Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass Psoriatiker bei erhöhtem Alkohol- und Zigarettenkonsum schlechter auf Therapien ansprechen – das gilt nicht nur für TNF-a hemmende Medikamente wie Etanercept, Infliximab oder Adalimumab. Viele Behandlungserfolge werden durch übermäßiges Rauchen oder starken Alkoholkonsum aufgehoben oder zumindest stark eingeschränkt.

These 4: Kaffee löst Schuppenflechte-Schübe aus

Nachweislich haben Schuppenflechte-Patienten häufiger Probleme beim Einschlafen als gesunde Menschen. Nach dem Genuss von Kaffee oder anderen koffeinhaltigen Getränke bleibt das Koffein noch sechs Stunden lang im Körper erhalten, daher kann ein Kaffee am Nachmittag bzw. Abend unter Umständen zusätzliche Schlafprobleme bereiten – die wiederum Müdigkeit, Stress und somit auch neue Schuppenflechte-Schübe hervorrufen können. Im Klartext heißt das: Obwohl Koffein neueren Erkenntnissen zufolge kein direkter Auslöser für Schuppenflechte ist, so gilt er doch als Verstärker für Symptome, die einen Schub begünstigen können. Dazu gehören auch Stress, erhöhter Blutdruck und Schlafmangel.

Hilft eine „Clean Eating Diät“ bei Schuppenflechte?

Clean Eating ist eine Ernährungsmethode, die – wie der Name bereits verrät – darauf basiert, sich „rein” zu ernähren. Zu dem Ernährungskonzept passen sämtliche Produkte, die ohne künstliche Zusatzstoffe wie Glutamat oder raffinierten Zucker hergestellt werden. Industriell hergestellte Produkte sind bei dieser Diät tabu. Sie begegnen uns täglich: Sandwiches, Brote, Burger, Suppen und die meisten Fertiggereichte werden mit Geschmacksverstärkern, Aromen und Säuerungsmitteln vermengt, um die Nahrungsmittel möglichst lange haltbar und schmackhaft zu machen.

Jeder Körper reagiert unterschiedlich auf die künstlichen Zutaten. Einige davon werden aber durchaus in Zusammenhang mit Schuppenflechte-Schüben gebracht. Durch die Clean Eating Diät kann nicht garantiert werden, dass die Krankheit ausbricht. Allerdings ist bewiesen, dass natürliche, selbst hergestellte Lebensmittel allgemein gesünder sind für den Menschen. Das stärkt das Immunsystem und schützt vor Infektionen.

TIPP: So finden Sie die passende Schuppenflechte-Diät für sich

Wer auf seinen Körper hört, wird schnell merken, welche Nahrungsmittel der Schuppenflechte guttun und welche eher nicht. Die folgenden Tipps helfen Ihnen dabei, Ihre Ernährung erfolgreich umzustellen:

  1. Ob und inwieweit bestimmte Diäten beim Einzelnen wirken, muss jeder Betroffene selbst für sich herausfinden. Darum gilt: Probieren geht über studieren!
  2. Stellen Sie ein Lebensmittel nach dem anderen um, nicht alle auf einmal. Sonst wissen Sie nicht, was wirklich geholfen hat (z.B. erst Gluten weglassen, dann raffinierten Zucker usw.)
  3. Nehmen Sie sich für jeden Versuch mindestens 6 Wochen Zeit, um sicherzugehen, dass die Ernährungsumstellung auf den Organismus wirken kann.
  4. Gehen Sie ohne Vorurteile an die Diäten heran und beobachten Sie ihren Körper gut, denn jeder Mensch reagiert anders!

Fazit

Eine Schuppenflechte-Diät ist keine Allzweckwaffe, sondern ein komplexes und sehr individuelles Thema. Manche Experten empfehlen etwas, von dem andere wiederum abraten. Probieren Sie es am besten selbst aus! Da es wissenschaftlich erwiesen ist, dass einzelne Vitamine, Mineral- und Nährstoffe positiv auf die Haut, die Immunabwehr und Entzündungsprozesse wirken, können spezielle Schuppenflechte-Diäten sicher nicht schaden, im Gegenteil.

Lassen Sie sich durch Fehlschläge nicht gleich entmutigen. Für die Gesundheit sind viele weitere Faktoren entscheidend: Gute soziale Kontakte, ausreichend Schlaf, wenig Stress, viel Bewegung und eine gute Hautpflege. Wer trotz all der guten Vorsätze und Diätpläne weiterhin Rötungen und Schuppen auf der Haut hat, sollte die Pflege intensivieren und dabei auf milde, rückfettende Produkte setzen. Wie schon bei der Clean Eating Diät gibt es auch hier die Möglichkeit, auf Salben mit natürlichen Inhaltsstoffen zu setzen. Die Sorion Creme enthält Kurkuma, Neem und Kokosöl und ist damit besonders gut für die milde Pflege von trockenen oder juckenden Hautstellen geeignet.